Nationaler Aktionstag: Alkoholprobleme verstehen anstatt verurteilen
Stecken in einer Flasche Rotwein mehr Kalorien als in einer Tafel Schokolade? Anlässlich zum nationalen Aktionstag «Alkoholprobleme» am 21. Mai können Sie mit diesem Alkohol-Quiz* Ihr Wissen testen.
*Die Quizfragen kommen vom Quiz der offiziellen Webseite des Nationalen Aktionstages «Alkoholprobleme» (www.aktionstag-alkoholprobleme.ch)
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Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Alkoholprobleme denken? Anlässlich des nationalen Aktionstags «Alkoholprobleme» am 21. Mai möchten wir mit Mythen rund um Alkoholabhängigkeit aufräumen. Hierzu ein paar Fakten:
Viele denken, dass Betroffene an ihrer Krankheit selbst schuld sind.
Richtig ist: Abhängigkeitserkrankungen haben viele Ursachen – diese können in der Person (z.B. eine erhebliche Prädisposition oder biografische Erfahrungen), im persönlichen Umfeld oder in gesellschaftlichen Ursachen liegen. So beeinflussen etwa die Verfügbarkeit und der Preis eines Produkts, ob und wie viel konsumiert wird. Eine Verhaltensänderung kann nur durch die betroffene Person selbst erfolgen., Aufgabe des Umfelds ist es darum, dafür die besten Voraussetzungen zu schaffen.
Viele denken, dass Angehörige und Nahestehende mitschuldig an den Suchtkrankheiten in ihrer Familie sind.
Richtig ist: Auch gegenüber Angehörigen und Nahestehenden gilt: Schuld ist keine sinnvolle Kategorie bei der Suche nach den Gründen für Abhängigkeitserkrankungen. Ursachen für Suchtsind viel zu vielfältig. Schaut man etwas differenzierter auf die Rolle der Angehörigen, dann zeigt sich, dass auch sie durch die Erkrankung einer nahestehenden Person stark belastet sind und sie empfinden häufig Scham. Dies kann eine Barriere auf der Suche nach Hilfe sein. Insgesamt sind Angehörige eine wichtige Ressource in der Therapie und brauchen darum Unterstützung. Keinesfalls dürfen sie stigmatisiert werden.
Viele denken, dass Betroffene meist aus sozialen Randgruppen kommen.
Richtig ist: Sucht ist nicht gleichbedeutend mit sozialem Abstieg. Abhängigkeitserkrankungen treten in allen sozialen Schichten auf.
Viele denken, dass es keine wirkliche Heilung gibt.
Richtig ist: Verglichen mit anderen chronischen Krankheiten ist die Prognose für Suchterkrankungen gut. Auch wenn eine Abhängigkeitserkrankung nicht immer geheilt werden kann, kann sie sehr gut behandelt werden. Ein Beispiel: 85% aller Menschen, die zwischen 18 und 25 Jahren eine Alkoholabhängigkeit entwickeln, erfüllen mit 30 Jahren die Diagnosekriterien nicht mehr.
Viele denken, dass Betroffene willensschwach sind.
Richtig ist: Jede Form der Verhaltensänderung ist schwierig. Nicht einmal 30% aller Menschen mit Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck ändern ihr Verhalten, wenn ihnen ein:e Ärzt:in das empfiehlt. Bei Abhängigkeitserkrankungen ist das nicht anders. Von einer Willensschwäche kann also keine Rede sein.
Prävention und Frühintervention Winterthur
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