
Die Aussage «Ich wohne z’Wisidange!» hört man immer wieder von den Einwohnern – und das meist voller Stolz. Diese überaus positiv zu wertende Aussage zur Wohngemeinde im Nordosten von Winterthur beinhaltet den berechtigten Stolz auf die attraktive Wohnlage im Grünen – und trotzdem ganz nahe am Geschehen der sechstgrössten Schweizer Stadt.
Die Stadt Winterthur grenzt mit den Stadtteilen Oberwinterthur und Hegi direkt an unsere Gemeinde. Einstmals bildete ein reizvolles Ried die (natürliche) Grenze zur Stadt. Heute sind es die Sportplätze und der Segelflugplatz Hegmatten, die SBB-Werkstätten, eine grosse Reitanlage und natürlich das Kulturland. Trotz dieser Stadtnähe ist die Gemeinde Wiesendangen, zu der auch noch die Weiler Attikon, Wallikon, Buch und Menzengrüt gehören, das geblieben, was sie immer war: Eine eigenständige Landgemeinde. Die knapp 1'000 Hektaren Fläche bieten heute noch rund 20 (?) Landwirten eine Existenzgrundlage.
Wiesendangen liegt in einer landschaftlich intakten, reizvollen Gegend mit einer sehr guten Infrastruktur in den verschiedensten Bereichen. Da wäre einmal der eigene Autobahnanschluss an die A1, von der man Richtung Osten nach wenigen hundert Metern auch auf die A7 gelangen kann. In weniger als einer halben Stunde Fahrzeit ist in Richtung Westen die Stadt Zürich erreichbar, aber auch der Flughafen Zürich-Kloten oder in nördlicher Richtung Schaffhausen und damit die Grenze nach Deutschland sind nicht weit.
Hervorragend erschlossen ist Wiesendangen auch mit dem öffentlichen Verkehr – einerseits mit dem Bus zum Bahnhof Oberwinterthur, andererseits aber auch mit dem eigenen Bahnhof wenige Minuten vom Dorfzentrum entfernt. Mit der S-Bahn dauert es (ab den Bahnhöfen Oberwinterthur und Wiesendangen) eine knappe halbe Stunde bis in die Stadtmitte von Zürich, vom Bahnhof Oberwinterthur aus nur wenige Minuten mit dem Stadtbus bis ins Zentrum von Winterthur.
Das Dorf Wiesendangen liegt in einer leichten Geländemulde, mehrheitlich verschont von den Lärmimmissionen der Autobahn A1. Am Südhang erstrecken sich Rebberge auf einer Fläche von rund zehn Hektaren. Inmitten von Äckern und Wiesen haben sich um den alten, sorgfältig erhaltenen Dorfkern, dazu auch im westlichen und östlichen Teil, neue Wohnquartiere gebildet. Das Dorf ist in den letzten Jahren ganz allmählich mit dem früher eigenständigen Quartier Steinegg zusammen gewachsen. Mittlerweile gehören rund 4300 Einwohnerinnen und Einwohner zur Gemeinde Wiesendangen.
Der alemannische Ortsname Wiesendangen hat direkt nichts mit blühenden Wiesen zu tun, er stammt vielmehr vom Wisent ab, einem starken, grossen Ochsen, der früher in dieser Gegend heimisch war. Seit der Feier «1200 Jahre Wiesendangen» (2004) steht ein wunderschöner, vom einheimischen Steinhauer Stefan Nigg und seinem Sohn gefertigter Wisent aus Stein vor dem Gemeindehaus. Lebende Wisente gibt es noch heute im Tierpark Bruderhaus auf dem Eschenberg in Winterthur zu bewundern. Das Gehörn auf dem Gemeindewappen stammt jedoch nicht vom Wisent, es ist wohl eher dem Steinbock zuzuordnen.
Der Dorfkern wird geprägt von den langen Häuserreihen entlang des zum grossen Teil offen geführten Dorfbachs sowie vom neu gestalteten Dorfplatz. Die eigentlichen Wahrzeichen von Wiesendangen sind die weithin sichtbare Kirche mit ihrem unverwechselbaren Turm sowie der Schlossturm. Die 1155 erstmals schriftlich erwähnte Kirche erhielt den 36 Meter hohen Turm im Jahre 1514. Bekannt ist die Kirche aber auch wegen der prächtigen Fresken des Winterthurer Kunstmalers Hans Haggenberg. Die ursprünglich 21 Bilder im Chor illustrieren die Legende vom heiligen Kreuz.
Die Gemeinde Wiesendangen verfügt nur über wenige Industriebetriebe, hat aber ein leistungsfähiges, innovatives Gewerbe, das zusätzliche Arbeitsplätze anbietet. In diesem Umfeld spielt das Dorfleben eine ganz wichtige Rolle. Mehr als 30 Dorfvereine bieten einerseits Kontaktmöglichkeiten unter der Bevölkerung, andererseits aber auch eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit. Platz für Vereinsaktivitäten hat es einerseits in den fünf Restaurants (davon eines in Buch), dann aber vor allem in der grosszügigen Wisenthalle. Gegenüber der Wisenthalle verfügt die Dorfjugend über einen Treffpunkt im Untergeschoss des Kirchgemeindepavillons und des Werkgebäudes. Die katholischen Einwohner konnten im Jahr 1982 an der Wannenstrasse eine eigene Kirche weihen.
Wiesendangen trug und trägt auch heute Sorge zum gepflegten Ortsbild, ohne sich deswegen neuen Entwicklungen zu verschliessen. Die vorbildlich ausgebaute und gepflegte Infrastruktur und die überschaubare Grösse der Gemeinde bilden die Grundlage für Eigenständigkeit und hohen Wohnwert in Wiesendangen. Auf dass auch in den kommenden Jahren die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde stolz verkünden können: «Ich wohne z’Wisidange!»